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PETEK Business Breakfast in Köln, 01.04.2011

Fröhlich plaudern Frauen beim Frühstück über ihre Geschäftsbeziehungen. So sieht eine Wirtschaftslounge aus, wenn sie von Frauen organisiert wird. Beim Kaffee knüpfen sie Kontakte und tauschen ihre Erfahrungen aus.

Coach Obiageli Njoku beginnt ihren Vortrag mit einem Korb bunter Eier. Während sie das schwarze Ei hochhält, erklärt die Halb-Afrikanerin sowie Tschechin mit Wurzeln aus Baden-Baden, warum sie nie das weiße Ei werden wird und warum ein weißes niemals ein rotes werden kann. Trotzdem ist Obiageli Njoku niemand, die vor augenscheinlichen Grenzen halt macht, denn bei einem Ei macht sie eine Ausnahme. „Viele möchten das goldene Ei sein.“ Und das sei auch gut so.

Als Coach beschäftigt sie sich mit den unentdeckten Kompetenzen von Unternehmerinnen, angehender Unternehmerinnen und Frauen, die wieder in das Berufsleben einsteigen möchten. Aus Erfahrung weiß Njoku, dass Frauen mit Migrationshintergrund oft versuchen ihr Anderssein auszugleichen, indem sie sich anpassen, dabei plaudert sie auch aus der Schatzkiste ihrer eigenen Jugend: „Ich habe mal meine Haare blond gefärbt. Meine Oma machte die Tür auf und dann gleich wieder zu.“ In den Jahren lernte Obiageli Njoku es besser zu machen und ihre Stärken zu erkennen. Seit ein paar Jahren arbeitet sie selbständig als Coach. Einer ihrer Fähigkeiten ist ihre interkulturelle Kompetenz. Etwas was bei ihr und anderen Unternehmerinen mit Migrationshintergrund quasi „naturwüchsig“ sei, erklärt sie. „Denn wir haben uns durch die Stolpersteine entwickelt. Wir mussten immer besser sein. Durch diese Kompetenz geprägt haben wir unsere Lebens-, Welt- und Berufserfahrung entwickelt.“

Über goldene Momente sprach auch Eva Pohl. Als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur in Köln, erfüllt sie den institutionellen Part, wenn Frauen ein Unternehmen gründen oder wieder in den Beruf zurückkehren möchten.

Alle zwei Monate informiert sie zusammen mit ihren KollegInnen in Veranstaltungen auch rund um das Thema Existenzgründung. Mit PETEK ist Eva Pohl schon viel länger vernetzt: „Ich finde das Netzwerk sehr gut, sehr lebendig. Ich sehe da auch Kooperationsmöglichkeiten gerade angesichts der Debatte um den Fachkräftemangel in Deutschland und werde das auch mit meinem Vorgesetzten besprechen.“

Der Vortrag von Prof. Dr. Angelika Schmidt-Koddenberg beschäftigt sich mit ihrer  praxisorientierten Forschungsaktivitäten  zur gesellschaftlichen Partizipation von Frauen - mit und ohne Migrationsbiographie.

Die Sozialwissenschaftlerin an der Kath. Hochschule NRW, Abteilung Köln startete in Köln die Plakatkampagne „Eminas Arbeitsplatz“. Die Kampagne macht Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auf das Potenzial junger Migrantinnen aufmerksam. Gleichzeitig motiviert „Eminas Arbeitsplatz“ Frauen mit Migrationshintergrund, sich um qualifizierte Studien- und Ausbildungsplätze bzw. um adäquate Stellen zu bewerben.

Es gebe Gymnasien in Köln, die zur Hälfte aus OberstufenschülerInnen mit Migrationshintergrund bestehen. Viele kämen jedoch nie am Ende der Bildungskette an, erklärt Angelika Schmidt-Koddenberg: „Es gibt motivierte Frauen mit Migrationshintergrund mit Aufstiegsambitionen, trotzdem haben sie mit Hindernissen zu kämpfen. Entweder kommen die Blockaden von Außen oder eine Bremse von Innen verhindert ihren Aufstieg.“ Jetzt soll die Kampagne durch andere Städte gehen.

Teilnehmerin Jenison Thomkins sind diese Art der Blockaden speziell in der weiblichen Karriere bekannt. Als Ethnologin erforscht sie das Feld wie Frauen gründen. In Büchern werde das Geschäft oft wie eine archaische Jagd beschrieben, erklärt die Gründerin des Vereins Femme Total: „Dann denke ich, der Kunde ist doch keine Beute. Selbständige Frauen sind für mich ein eigener Stamm, den es zu erforschen gilt. Es ist oft ein halbes Wunder, das einige überhaupt so weit kommen. Auch durch diese Art der Bücher wächst man mit dem Gefühl, etwas Defizitäres in sich zu haben und dass es falsch ist, so wie man es macht.“ Für Jenison Thomkins ist die Existenzgründung auch ein Weg der Selbstfindung.

Oder wie es Obiageli Njoku mit ihrem Fazit zu ihrem Vortrag „Mut zum Anderssein“ zusammenfasst: „Seid, wie ihr seid. Seid goldene Eier, schwarze Eier, gelbe Eier oder weiße Eier. Wichtig ist: Sei außergewöhnlich!“

Die nächste PETEK-Veranstaltung findet schon am 9. April auf dem Unternehmerinnentag in Gelsenkirchen statt, wo PETEK mit einem Info-Stand vertreten ist. Das traditionelle monatliche Business Frühstück ist für den 6. Mai geplant. Gefördert werden die PETEK-Veranstaltungen vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

Zusätzl. Information: Bundespräsident Host Köhler zeichnet am Montag, 5. Oktober 2009 , Professorin Dr. Angelika Schmidt-Koddenberg mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus. Die Professorin der Katholischen Hochschule NRW widme sich in vielfältiger Weise als Wissenschaftlerin und in zahlreichen Ehrenämtern der Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Partizipation von Frauen, heißt es in der Begründung des Bundespräsidialamts.
http://www.idw-online.de/pages/de/news336840